Einige typische Merkmale zur Doppelrolle und ihrer Vielfalt sind:
Teilzeit: Die grosse Mehrheit der Beschäftigten arbeitet Teilzeit – dies ist Standard bei Frauen in der Schweiz.
Alter: In Spitälern ist das Durchschnittsalter von Pflegemitarbeitenden (39 Jahre) deutlich tiefer als in Pflegeheimen. Bei Letzteren liegt der Anteil der 55+ Mitarbeitender bei 24%, in Spitälern bei 16%.
Beginn und Dauer der Doppelrolle: Plötzlich (z. B. Schlaganfall) oder graduell (z. B. Depression), lang (z. B. Demenz) oder eher kurz (Tod nach Aufenthalt auf der Intensivstation nach einem Unfall)
Junge Erwachsene: Sie wählen als pflegende Angehörige (young adult carers, ca. 16-25 Jahre) mitunter wegen der privaten Erfahrungen bewusst einen Gesundheitsberuf.
Folgen bei Unvereinbarkeit: Stellenreduktion, Funktionswechsel oder Verzicht auf Weiterbildung wegen Zeitkonflikt
Ganz generell: Personen mit einem helfenden Beruf sind oft für ihre Familien in schwierigen Situationen da. Von ihnen erhoffen sich die Familienmitglieder auch eher Hilfe bei Gesundheitsproblemen als von anderen Personen im Familien- oder Freundeskreis. Da die meisten Gesundheitsfachpersonen Frauen sind, richten sich die Erwartungen entsprechend häufig an Frauen. Die Doppelrolle hat deshalb einen verstärkenden Effekt bei der traditionellen Arbeitsteilung von bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit..